Unsere Feier zum russischen Jolka-Fest

Mit dem russischen Joka-Fest stimmten sich Mitglieder und Besucher des Interkulturellen Vereins Gera e.V. am 6. Januar 2018 auf das neue Jahr ein. Das Kinderfest aus Anlass des Jahreswechsels wurde im Saal der EFG in der Gagarinstraße 26 gefeiert. Am Fest nahmen ca. 120 Besucher teil, darunter 51 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 16 Jahren.

Das Jolka-Fest ist das wichtigste Fest für viele Kinder in Russland und anderen Nachfolgestaaten der früheren Sowjetunion. Das Fest ist heute eine Mischung aus Weihnachtsfest, Neujahrsfeier und Fasching. Die Kinder müssen zu diesem Fest in Faschingskostümen erscheinen.

Der Tannenbaum heißt auf Russisch Jolka, nach dem das Kinderfest benannt wurde und um den herum es stattfindet. Oft findet es in Schulen oder in Kultureinrichtungen statt. Dabei wird zu Beginn traditionell ein kleines Theaterstück auf der Grundlage von Märchen aufgeführt. In diesem Jahr wurde beim Jolka-Fest die Geschichte von Aschenputtel nachgespielt. Dieses Märchen gehört zwar nicht zu den russischen Volksmärchen, ist jedoch in Russland sehr bekannt und beliebt.

20 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus russischsprachigen und anderen Familien waren in diesem Jahr die Darsteller. Sie engagieren sich alle ehrenamtlich. Die Gruppe begann mit ihren Proben bereits in den Herbstferien im Oktober. Die Arbeit am Drehbuch, den Requisiten und der Ausstattung begann schon im Sommer. Hier leisten Mitarbeiter des IKV Gera die Hauptarbeit. Es wird in russischer Sprache gespielt. Für Besucher ohne Russischkenntnisse gibt es eine Kurzbeschreibung der Handlung.

Als der Ballschuh von Aschenputtel ihren Schwestern nicht passt, fordert Väterchen Frost die Stiefmutter auf, ihre Stieftochter zu rufen. Aschenputtel probiert den Schuh und dieser passt ihr. Damit hat die Geschichte auch bei uns ein sehr gutes Ende.

Väterchen Frost und seine Enkelin Schneeflöckchen, auf Russisch Snegurotschka, rufen darauf hin alle Kinder zu einem Reigen um den Tannenbaum auf. Dieser Reigen ist eine der wichtigen Traditionen beim Jolka-Fest. Dabei wird ein bestimmtes russisches Volkslied über den Tannenbaum von allen gesungen.  Dieses Lied ist vergleichbar mit dem deutschen Lied „O Tannenbaum“. Auch hier heißt es übersetzt von Alfred Kurella: „Im Walde steht ein Tannenbaum im immergrünen Kleid, ist schlank und lieblich anzuschaun zu jeder Jahreszeit.“
Danach ging das Kinderfest mit Spielen weiter. Am Ende gab es die ersehnten Geschenke von Väterchen Frost.

Das Jolka-Fest gehört zu den Angeboten der interkulturellen Bildung des IKV Gera e.V. für Kinder und Jugendliche in Gera und wird durch die Stadt Gera und das Land Thüringen gefördert.

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