Corona kann uns nicht ausbremsen

Seit dem 17. März ist unsere Einrichtung in der Werner-Petzold-Straße für den Besucherverkehr geschlossen. Unsere interkulturelle Bildungsarbeit kann nicht wie bisher stattfinden. Aber die Arbeit geht auf andere Weise weiter.

Die Hausaufgabenhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund wird per WhatsApp, je nach Bedarf und Wunsch der Schüler mit Nachrichten, Audiotexten, Telefonaten oder Videochat weitergeführt. Der Bedarf ist sehr groß und fächerübergreifend. Besonders gefragt ist Unterstützung in Mathematik, Deutsch und Englisch. Für die Fächer Mathe und Englisch können wir Aufgaben mit den Schülern sogar auf Arabisch bearbeiten. Hierbei sind wir sehr dankbar für die Chancen und Möglichkeiten, die uns unser multikulturelles und multisprachiges Team bietet. Bis Ende April 2020 wurde auf diesem Weg weit über 100 Mal Unterstützung geleistet.

Die Bundesfreiwilligen, die bisher mit der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen und interkulturellen Bildungsangeboten beschäftigt waren, haben andere Betätigungsfelder gefunden:

Die Frauen haben das Nähen von Mund-Nasen-Bedeckungen aus gespendeten Stoffen übernommen. Zunächst für die Familien unserer Mitarbeiter und Vereinsmitglieder, dann auch für verschiedene Einrichtungen, z. B. den ASB und die Ehrenamtszentrale. Weil inzwischen praktisch jeder eine solche Maske benötigt, wollen unsere Bundesfreiwilligen aus Syrien und Afghanistan ihren deutschen Nachbarn selbstgenähte Masken spenden – verbunden mit der Hoffnung auf gegenseitigen Respekt und gute Nachbarschaft. Gegenwärtig unterstützen wir die Aufnahme des Schulbetriebs, indem wir mehreren Grund- und Regelschulen kostenlos Masken zur Verfügung stellen, damit kein Schüler wegen einer fehlenden Maske nach Hause geschickt werden muss.

Weitere Bundesfreiwillige beteiligen sich an der Nachbarschaftshilfe und kaufen für deutsche Hilfsbedürftige ein. Für die syrischen und afghanischen Männer ist manchmal nicht einfach zu verstehen, was auf den Einkaufszetteln steht. Da wird dann der Bierschinken auch mal bei den Getränken gesucht.

Aber da zurzeit kein Deutsch-Unterricht stattfinden kann, ist das ein gutes Sprachpraktikum. Alle Adressaten der Nachbarschaftshilfe sind sehr zufrieden und erleben auf diese Weise ganz persönlich positive Erfahrungen mit Geflüchteten.

Wir können uns vorstellen, diese besondere Form der interkulturellen Bildungsarbeit auch in einer Zukunft ohne Corona fortzusetzen.

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